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Die 4 häufigsten Formen der Hepatitis

Wussten Sie, dass einer von zwanzig Menschen im Laufe seines Lebens an Hepatitis erkrankt? Wir liefern Ihnen alle Fakten: was Hepatitis genau ist, wodurch sie verursacht wird und wie man sie behandelt.

Was ist Hepatitis?

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die relativ häufig vorkommt. Es gibt verschiedene Formen von Hepatitis, mit jeweils anderen Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

Was sind die häufigsten Formen der Hepatitis?

Es gibt verschiedene Formen der Hepatitis. Die bekanntesten vier werden von einem Virus ausgelöst: Hepatitis A, B, C und E. Hinter jeder Variante steckt ein anderes Virus.

1. Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Leberentzündung. Die Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus kann u. a. durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser erfolgen. Diese Form der Hepatitis ist die harmloseste und heilt von selbst aus. Hepatitis A tritt hauptsächlich bei Kindern auf, und die erkranken in der Regel nicht schwer. Bei Erwachsenen können sich ausgeprägtere Krankheitszeichen entwickeln, die mehrere Wochen oder Monate lang anhalten. Hepatitis A wird nie chronisch. Eine Erkrankung führt zudem zur lebenslangen Immunität.

2. Hepatitis B

Hepatitis B ist eine schwere Leberentzündung, die weltweit häufig auftritt. Das Virus wird über Blut oder bei ungeschütztem Sex mit einer infizierten Person übertragen. Hepatitis B kann chronisch werden; in etwa 90 % der Fälle heilt sie jedoch innerhalb von sechs Monaten von alleine aus. Bei chronischer Hepatitis B bleibt das Virus als Infektionsquelle im Körper präsent, ohne Beschwerden zu verursachen. Es kann jedoch jederzeit wieder aktiv werden und eine Leberentzündung auslösen.

Verursacht wird Hepatitis B durch ein Virus, das übrigens auch durch ungeschützten Sex übertragen werden kann. Grund genug, um vorsichtig zu sein. Auffällig ist, dass die akute Hepatitis B bei Männern häufiger auftritt als bei Frauen. Außerdem sind Männer zum Zeitpunkt der Diagnose älter (45-55 Jahre) als Frauen (25-35) Jahre.

3. Hepatitis C

Hepatitis C ist eine schwere Entzündung der Leber, bei der oft chronische Verläufe auftreten. Die Übertragung erfolgt über das Blut. Aber keine Sorge: Blutspenden werden seit 2001 auf Viren kontrolliert. Eine Ansteckung mit Hepatitis C über Spenderblut ist heutzutage fast ausgeschlossen.

Nach der Infektion dauert es 10 bis 20 Wochen, bis Symptome auftreten. 80 % der Infizierten erkranken an einer chronischen Leberentzündung, einige auch an Leberzirrhose und Leberkrebs. Im Gegensatz zu Hepatitis A und B kann man Hepatitis C mehrmals im Leben bekommen; man wird nicht immun dagegen.

4. Hepatitis E

Zum Schluss kommen wir zur Hepatitis E, die in Deutschland eher selten vorkommt. Bei Hepatitis E handelt es sich um eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-E-Virus verursacht wird. Dieses Virus kann im Fleisch und im Kot von Schweinen und Wild (z. B. Hirsch oder Wildschwein) vorkommen. Die meisten Betroffenen bleiben nach einer Infektion symptomfrei. Hepatitis E klingt normalerweise von alleine wieder ab, kann aber bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem auch chronisch werden. Es gibt 4 verschiedene Typen von Hepatitis E. In Europa ist vor allem der Genotyp 3 weit verbreitet.

Wird Hepatitis immer durch ein Virus verursacht?

Entgegen der landläufigen Meinung wird Hepatitis nicht immer durch ein Virus verursacht. Man kann auch als Folge einer Autoimmunerkrankung Hepatitis bekommen. Eine Autoimmunerkrankung ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems, wodurch der Körper Antikörper gegen die eigenen Zellen produziert – beispielsweise gegen die Leberzellen. Dies schädigt die Leber und kann zu einer Entzündung führen: Hepatitis.

Auch längerer und übermäßiger Alkoholkonsum kann die Ursache für eine Hepatitis sein. In der Regel entwickelt sich in diesem Fall zuerst eine Fettleber. Daraus kann später eine Hepatitis entstehen (die sogenannte Fettleberhepatitis bzw. alkoholische Fettleberentzündung).

Wie kann man Hepatitis vorbeugen?

Die Hepatitis-Viren sind sehr ansteckend. Gegen Hepatitis A und B kann man sich daher impfen lassen. Auch mit guter Hygiene lässt sich eine Ansteckung verhindern. Hier einige Hinweise zur Vorbeugung einer Infektion mit Hepatitis B und C:

  • Vermeiden Sie Blut-zu-Blut-Kontakt mit anderen Personen.
  • Sollte fremdes Blut in eine Wunde gelangen, so lassen Sie diese gründlich ausbluten und spülen Sie sie unter fließendem lauwarmem Wasser aus. Tragen Sie anschließend 70 %igen Alkohol oder Jod auf die Wunde auf und wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin.
  • Benutzen Sie keine fremden Zahnbürsten oder Rasierer.
  • Benutzen Sie keine fremden Nadeln oder Spritzen.
  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom .

Für Hepatitis A gelten die folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Waschen Sie sich die Hände mit Seife und trocknen Sie sie gut ab, wenn Sie auf der Toilette waren, ebenso nachdem Sie ein an Hepatitis A erkranktes Kind gewickelt haben sowie vor der Zubereitung von Mahlzeiten und vor dem Essen.
  • Lassen Sie Hepatitis-A-Patienten ihre eigene Toilette benutzen und reinigen Sie diese täglich. Ist keine separate Toilette vorhanden, so reinigen Sie die Toilette nach jeder Benutzung. Wechseln Sie täglich das Handtuch im WC oder benutzen Sie Papierhandtücher.
  • Halten Sie die Nägel kurz.
  • Teilen Sie keine Waschlappen, Handtücher oder Zahnbürsten mit einem Hepatitis-A-Patienten.

Zur Vorbeugung von Hepatitis E gilt außerdem:

  • Achten Sie darauf, dass Sie Schweine- und Wildfleisch ausreichend erhitzen.
  • Trinken Sie bei einem Besuch in einem Entwicklungsland nur abgekochtes Wasser.

Kann Hepatitis bei der Geburt übertragen werden?

Eine virale Hepatitis (d. h. eine durch ein Virus verursachte Leberentzündung) kann während des Geburtsvorgangs von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Deshalb wird jede schwangere Frau auf dieses Virus untersucht. Auch wird eine Impfung des Kindes kurz nach der Geburt empfohlen.

Nur 4 % der infizierten Neugeborenen entwickeln tatsächlich Krankheitszeichen. Die übrigen bleiben in den meisten Fällen jedoch Träger des Virus. Ohne Behandlung sterben 30 bis 35 % von ihnen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren an Hepatitis. Eine rechtzeitige Behandlung ist daher lebenswichtig.

Wie kann Hepatitis behandelt werden?

Hepatitis A heilt von selbst aus, ohne Arzneimittel. Das gilt auch für Hepatitis B, obwohl in diesem Fall manchmal Medikamente eingesetzt werden, um die Viruslast im Blut zu begrenzen. Gegen Hepatitis C stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Diese werden in Absprache mit einem Spezialisten im Krankenhaus verabreicht. Es gibt keine speziellen Arzneimittel gegen Hepatitis E. Bei gesunden Menschen heilt Hepatitis E auch von alleine aus.

Wie weiß man, ob man sich mit Hepatitis angesteckt hat?

Wahrscheinlich ist einer von zweihundert Menschen mit dem Hepatitis-Virus infiziert. Da man nicht immer gleich auch erkrankt und die Symptome zunächst denen einer Grippe ähneln, ist nicht bekannt, um wie viele Menschen es genau geht. Man kann sich also angesteckt haben, ohne es zu wissen. Das gilt insbesondere für Kinder. Häufig treten die ersten Krankheitszeichen erst 6 bis 26 Wochen nach der Infektion auf. Zu den Symptomen der Hepatitis gehören Abgeschlagenheit, Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen und Gelbsucht.

Ein Teil der Menschen, die sich mit dem Hepatitis-Virus infiziert haben, wird es nie wieder los. Diese Menschen sind Träger des Virus und können unwissentlich andere anstecken.